Monheim-Lexikon: Markt

Grafen von Berg erhoben vor 700 Jahren den Marktzoll

Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde in Monheim Markt abgehalten. Das geht aus einer Urkunde vom 26. Juni 1307 hervor, in der – in lateinischer Sprache – vom „foro de munhem“, also vom „Markt von Monheim“ die Rede ist (Nr. 541 im Urkundenbuch der Abtei Altenberg, bearbeitet von Hans Mosler, Band I, Bonn 1912).

Auf die Urkunde bezog sich 1929 auch Theodor Prömpeler in seiner nach wie vor lesenswerten „Geschichte der ehemaligen Freiheit Monheim“. Der Marktplatz „lag und liegt ganz in der Nähe der alten Pfarrkirche, unweit des alten östlichen Rheinarmes, zu dem ein kurzer Weg, der Marktstieg, hinabführte. […] Der Marktherr Monheims war der Graf von Berg, ihm gebührte der Marktzoll, der auf bestimmte Waren gelegt war“, schrieb Prömpeler.

Die Ursprünge der modernen Wochenmärkte liegen demnach im Alten Markt an der Turmstraße, wo bis in die 1930er-Jahre auch Kirmes gefeiert wurde. An die lange Tradition knüpfte am 29. September 1953 der Monheimer Gemeinderat an. „Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat mitgeteilt, dass die Verhandlungen [mit ortsansässigen Einzelhändlern] über eine günstigere Preisgestaltung gescheitert sind und bittet darum, nunmehr den Wochenmarkt einzuführen“, ist im Protokoll festgehalten. Der Antrag wurde mit 15 gegen drei Stimmen angenommen.

Am 8. Dezember 1953 legte der Rat dann noch fest, „auf dem neu errichteten Wochenmarkt Textilien, Kurz- und Wollwaren bis zum Preise von 15 Mark zuzulassen.“ Der Wochenmarkt wurde samstags von 8 bis 13 Uhr auf dem alten Marktstieg abgehalten. Zugelassen waren auch Lebensmittel, Waschmittel und Haushaltswaren.

Allzu groß scheinen weder Angebot noch Nachfrage gewesen zu sein. „[…] ein größerer Wochenmarkt ist in Monheim nicht anzutreffen. Auf dem historischen Marktplatz in der alten Freiheit – ein Platz ‚en miniature‘ – stehen an den Samstagen nur einige wenige Stände“, schrieb Dieter Richling in seiner 1962 entstandenen Diplomarbeit „Monheim, Hitdorf, Baumberg – eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung“ (Kopie im Stadtarchiv). So verwundert es nicht, dass der Rat schließlich einstimmig entschied, „wegen schlechter Beschickung den Wochenmarkt mit Wirkung vom 1. Januar 1963 aufzuheben.“

Neuer Anfang am Berliner Ring und in Baumberg

1969 machte die Stadt – die Bevölkerungszahl war inzwischen von 17.800 auf mehr als 30.000 gestiegen – einen neuen Anlauf. Zwischen Berliner Ring (heute Berliner Platz) und Bahndamm an der Opladener Straße ließ die Verwaltung ein schlauchförmiges Marktgelände herrichten, das auch als Parkplatz diente. Zur Eröffnung am 12. Juli 1969 bauten rund 50 Händler Stände auf, die das Interesse von rund 4000 Kunden fanden.

Am 5. April 1974 erhielten auch die Baumberger einen städtischen Wochenmarkt. Er fand freitags auf der Rollschuhbahn an der Geschwister-Scholl-Straße statt. Zum Auftakt boten 34 Händler von 8 bis 13 Uhr ihre Waren feil. Fast auf den Tag genau 32 Jahre später ist der Baumberger Markt einige hundert Meter in nördliche Richtung umgezogen zum Aldi-Parkplatz.

Um den Baumbergern den neuen Markt schmackhaft zu machen, schaltete die Stadt sogar Zeitungsanzeigen. So wurden für den Verkauf am 26. Juli 1974 angeboten: ein kochfertiges 500-Gramm-Huhn für 1,95 Mark, ein Brötchen für neun Pfennig, drei Becher Frucht-Joghurt für 98 Pfennig, 1 Paar Herrensocken für zwei Mark und Damensandaletten ab zehn Mark.

Größter Markt der Landeshauptstadt

Mit einem besonderen Superlativ konnte sich der Monheimer Wochenmarkt im Februar 1975 schmücken. Damals, während der Eingemeindung nach Düsseldorf, war er der größte der insgesamt 13 Märkte in der Landeshauptstadt. Er brachte es auf 90 Stände, gefolgt vom Düsseldorfer Karlplatz mit 74 Ständen. Für Baumberg ermittelte der „Pressedienst der Landeshauptstadt“ elf Stände.

Der Marktplatz am Berliner Ring wurde 1985/86 für rund 750.000 Mark umgebaut, neu gepflastert und neu bepflanzt. 1993 gab die Stadt den Wochenmarkt an das Rathaus-Center ab. Am 23. Oktober fand der samstägliche Markt erstmals in der Fußgängerzone Heinestraße („Eier-Platz“) statt. Am 4. Mai 1994 wurde der Mittwoch als zusätzlicher Markttag eingeführt.

Seit Jahresbeginn 2006 finden die Wochenmärkte in beiden Stadtteilen unter der Regie der bundesweit tätigen [extern]DMG Marktgilde e. G. (Eschenburg, Lahn-Dill-Kreis) statt.

Letzte Änderung: 10. Februar 2015

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