Marte Meo

Marte Meo ist eine Methode zur Entwicklungsförderung durch Videounterstützung. Sie beruht darauf, alltägliche Situationen zwischen Erziehenden und Kind per Video aufzuzeichnen und anschließend gemeinsam mit den Beratenden zu besprechen. Stärken sollen erkannt und hervorgehoben werden, um Erziehungsprobleme aktiv beseitigen zu können.

Die Niederländerin Maria Aarts entwickelte die Marte-Meo-Methode, um blockierte Entwicklungsprozesse zu erkennen und um den Erziehenden konkrete und detaillierte Informationen verständlich zu vermitteln. Fachkräfte und Erziehende erhalten so Kenntnisse über den Entwicklungsstand der Kinder und wie Entwicklungsprozesse aktiviert werden können.

Ziel ist es, Fähigkeiten zu aktivieren, Entwicklungsprozesse auszulösen und vorantzutreiben, sowie die eigenen Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen und konstruktive Interaktionen zu ermöglichen.

Mo.Ki und Marte Meo

Ein Konzept zur trägerübergreifenden Qualifizierung von Fachkräften aus Kindertagesstätten, Familienzentren und OGATA entwickelten 2004 die Marte-Meo-Supervisoren der Familienhilfe Monheim und Mo.Ki – Monheim für Kinder.

Bereits seit 1997 arbeitet die Familienhilfe Monheim im Rahmen der Hilfe zur Erziehung mit Marte Meo und erfährt mittlerweile mit dieser Methode als Diagnostik-Instrument Anerkennung durch das Jugendamt. Im Rahmen der Prävention wurden durch das Jugendamt Maßnahmen zur Quailfizierung von Erzieherinnen der Familienhilfe zu Marte-Meo-Praktikerinnen genehmigt. Diese Entscheidung verweist auf den innovativen Gedanken des Amtes „weg von der Reaktion auf Defizite hin zur Prävention als aktive Steuerung und Gestaltung“. Sie ist Bestandteil der Bildungsoffensive 2020, eine trägerübergreifende Entwicklung der Qualitätskriterien und -standards in Kindertagesstätten und stellt das Kind und seine Entwicklung in den Mittelpunkt aller pädagogischen Bemühungen.

Mögliche Themen:

  • Unterstützung der Eltern bei Lenkung und Leitung
  • Aufbau von Eltern-Kind-Bindung
  • Förderung und Begleitung bei Sprachentwicklung und Entwicklungsrückstand
  • Unterstützung von Eltern mit „Schrei-Babys“
  • Unterstützung von Eltern mit Kindern mit ADS/ADHS Symptomatik
  • Schlafprobleme des Kindes
  • Verhaltensauffälligkeiten (Aggression, Isolierung etc.)
  • Empfehlung für Förderung nach Untersuchung im Sozialpädiatrischen Zentrum
  • Kinder mit Down-Syndrom
  • psychisch kranke Eltern
  • Erlangen von elterlicher Sicherheit in der Einschätzung des Kindesverhaltens
  • Erlangen von elterlicher Sicherheit im Umgang mit dem Kind
  • Erkennen der Entwicklungsbedürfnisse des Kindes
  • Sprachförderung
  • Konzentrationsförderung

Marte Meo – ein Baustein für die Mo.Ki-Familienzentren

Die Familienzentren sollen insbesondere Kindern mehr Bildungs- und Entwicklungschancen ermöglichen und Eltern ein breites Spektrum an Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten bieten.

Neben den zahlreichen Fortbildungsmöglichkeiten wie Gesundheitsförderung oder musikalische Früherziehung wird Marte Meo als wichtigster Baustein zur Qualifizierung der Erzieherinnen und der Nachhaltigkeit der pädagogischen Arbeit mit Eltern in den Kindertagesstätten angesehen. Marte Meo gewinnt durch die Möglichkeit der unterschiedlichen Handlungsebenen für Familienzentren an großer Bedeutung. Durch die Konzeption der Ausbildung zur Marte-Meo-Praktikerin wird ein Prozess des Lernens, der Reflektion und der kontinuierlichen Umsetzung des Gelernten, im alltäglichen Umgang mit den Kindern und Eltern gewährleistet. Für die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten bedeutet dies Weiterqualifizierung, mehr Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Kindern und deren besonderen Bedürfnissen, eine erhöhte Arbeitszufriedenheit und im weitesten Sinne, Gesundheitsförderung durch Stressbewältigung.


Zwischenbilanz aus dem Modellprojekt Mo.Ki – Marte Meo

Anfang 2013 ging das von der „Aktion Mensch“ geförderte Modellprojekt „Mo.Ki – Marte Meo“ an den Start. Ziel ist dabei die individuelle Unterstützung stark emotional belasteter Mütter und deren Kinder bis zum zweiten Lebensjahr.

Die Präsentation der ersten Evaluationsergebnisse nahmen die Verantwortlichen des Gemeinschaftsprojekts der Stadt Monheim am Rhein und des Bezirksverbands der Arbeiter Wohlfahrt Niederrhein im April 2014 zum Anlass für eine Fachtagung unter dem Titel „Kontakt – Beziehung – Bindung". Im Mittelpunkt standen die Untersuchungen zu den Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf betroffene Mütter und deren Kinder. Menschen mit psychischen Belastungen erleben oft sehr unterschiedliche Beschwerden (Symptome), die auch unterschiedlich stark ausfallen. Die Symptome können dabei einen mehr oder weniger großen Einfluss auf den Alltag und die Funktionsfähigkeit und Erziehungskompetenz der Betroffenen haben. Hier setzt Marte Meo an. Die Förderung einer positiven Mutter-Kind-Interaktion, sowie die Stärkung der Mutter-Kind-Bindung sind neben der Enttabuisierung und Sensibilisierung des Themas „Psychische Erkrankung“ wichtige Ziele des Monheimer Modellprojektes. Ein Vortrag des Neurologen Dr. Michael Hipp zum Thema „Trauma und die Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und Erziehungsfähigkeit“ rundete den Tag ab.

Marte-Meo-Ausbildung

Im Rahmen von Mo.Ki werden in den Kindertagesstätten seit 2004 Marte-Meo-Therapeutinnen und -Praktikerinnen ausgebildet. Die Ausbildung ist für die Einrichtungen kostenlos.


Mo.Ki und Marte Meo – Stand 2013

Mit der Marte-Meo-Methode wird in folgenden Einrichtungen der Mo.Ki Präventionskette gearbeitet: 

  • Familienzentrum/Kindertagesstätte
  • Schule/OGATA
  • Mo.Ki „unter 3“
  • Familienbildung
  • Familienhebamme
  • Unterstützung für traumatisierte Mütter mit Säuglingen*

*Das Projekt besteht seit 2013, in Kooperation mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst Kreis Mettmann, der Familienhilfe Monheim, Mo.Ki „unter 3“, dem Betreuten Wohnen, dem ASD Monheim und dem AWO Bezirksverband Niederrhein e.V., gefördert durch „Aktion Mensch“.

Mehr als fünfzehn Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter haben eine Marte-Meo-Praktiker und zehn ein Marte-Meo-Therapeuten-Ausbildung absolviert und bringen ihr Wissen und ihre Kompetenz täglich in ihrer Arbeit ein. Außerdem gibt es zwei Marte-Meo-Supervisorinnen und eine durch die Gründerin Maria Aarts lizenzierte Supervisorin.

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